Charta der Freiheit



Im Islam dagegen existieren neben materiellen Grenzen auch moralische und spirituelle Grenzen.

Wenn jemand einen ketzerischen Glauben hat, dann ist das nicht zu beanstanden. Wenn wir nun sagen, daß es nicht zu beanstanden ist, dann ist damit gemeint, das es (zwar) vor Gott und gläubigen Menschen zu beanstanden ist, aber die Regierung hat diesbezüglich keine Verantwortung. In einer muslimischen Gesellschaft gibt es (auch) Juden, Christen und Personen, die verschiedenen anderen Glaubensrichtungen angehören. Es gibt sie gegenwärtig in unserem Land genauso, wie es sie während der frühen islamischen Ära gegeben hat. Dies bedeutet keinerlei Problem! Wenn aber jemand mit verderbenden Glaubensansichten den Gedanken anderer Schaden zufügt, welche ihrerseits nicht in der Lage sind, sich zu verteidigen, und wenn jener versucht, diese irrezuleiten, dann handelt es sich um verbotene Bestrebungen.

Hier ist die Freiheit begrenzt. Dies ist die Auffassung aus der Sicht des Islam. Oder wenn jemand versucht, Verderbtheit in politischen, sexuellen oder intellektuellen Bereichen zu propagieren, sowie die Pseudophilosophen, die Artikel schreiben, in denen sie vorschlagen, daß höhere Bildung nicht nutzbringend für unsere Jugend sei und die Unangemessenheiten der höheren Bildung aufzählen - natürlich, das hat auf über 90 Prozent keinerlei Auswirkungen. Aber es könnte möglicherweise die verbleibenden 10 Prozent Jugendlicher ansprechen - solchen Menschen darf man nicht erlauben, durch Einreden und Lügen, (andere) Menschen davon abzubringen, Höheres anzustreben.

Im Islam gibt es die "Freiheit zu Lügen" nicht, und auch nicht die "Freiheit, Unruhe zu stiften und Panik zu erzeugen".

Ich habe die Beschwerde (erhalten), daß in Diskussionen bezüglich Freiheit nicht die islamischen Quellen und Prinzipien genutzt werden. Im Heiligen Qur’an, in Surah Al-Ahzab, 60. Ayat wird festgestellt, daß wenn die Heuchler, und jene, in deren Herzen Krankheit ist, und die Unruhestifter nicht ablassen, dann werden wir dich in die Lage versetzen, gegen sie vorzugehen. Diese Unruhestifter werden in dieser Ayat neben Heuchlern genannt, und neben denen, in deren Herzen Krankheit ist. Die Heuchler stellen eine Gruppe dar, diejenigen, in deren Herzen Krankheit ist, eine andere - und die Unruhestifter werden zwischen beiden genannt. Die Unruhestifter sind jene, die ununterbrochen die Leute einschüchtern.

In einer neu geformten islamischen Gesellschaft mit so vielen Feinden und einer umfassenden Mobilmachung gegen den Heiligen Qur’an und den Propheten (s.a.s.) sollte jeder für die Verteidigung des islamischen Landes und dessen großartigen menschlichen und populären Systems bereit sein.

Aber eine Gruppe von Lügenverbreitern verüben Anschläge auf das Volk wie eine Landplage, und das sind die Unruhestifter. Der Heilige Qur’an sagt, daß wenn die Unruhestifter, die unaufhörlich eine allgemeine Ängstlichkeit verbreiten und das Volk an der Aktivierung hindern, nicht damit aufhören, dann wird Gott den Propheten in die Lage erheben, Maßnahmen gegen sie zu ergreifen. Hier ist eine Grenze der Freiheit. Und außerdem gibt es vom islamischen Standpunkt aus noch einen anderen Unterschied: den, daß Freiheit moralische und spirituelle Grenzen hat.

Es gibt noch einen weiteren Unterschied, und zwar den, daß Freiheit im westlichen, liberalen Gedankengut nicht einhergeht mit Pflicht und Verantwortung. Freiheit bedeutet Freiheit von jeder Pflicht.

Im Islam ist Freiheit das Gegenstück zu Pflicht. Grundsätzlich sind die menschlichen Wesen frei, weil sie Verantwortung haben, und wenn es keine Verantwortung für sie gäbe, dann hätte es auch keine Notwendigkeit für Freiheit gegeben. Sie (die Menschen) wären dann wie Engel gewesen - in den Worten von Rumi:

"Eine Hadith besagt, daß der erhabene Schöpfer



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