Charta der Freiheit



Wie auch immer, nach den letzten Präsidentschaftswahlen haben sie plötzlich, aufgrund einer falschen Analyse der Wahlen, Mut gefunden. Diese falsche Analyse der Wahlen war, daß sie dachten, daß 30 Millionen Menschen gegen das System gewählt hätten, und das hat sie fröhlich gestimmt. Jene 30 Millionen Menschen haben hingegen ihre Stimmen zur Konsolidierung, zur Befestigung des Systems abgegeben. Eines der Dinge, welches den Stolz der islamischen Regierung darstellt, in den 18 Jahren nach dem Sieg der Revolution, ist, daß sich 30 Millionen von 32 Millionen Wahlberechtigten - das sind reichlich 90% - an den Wahlen beteiligt haben. Sie jedoch betrachten diesen starken Punkt des Systems als einen schwachen Punkt.

Natürlich haben seit den ersten Tagen nach den Wahlen ausländische Sender ein Geschrei erhoben, um jenen eine Orientierung zu verschaffen, die diesem Irrtum erlegen waren, indem man ihnen einredete, 30 Millionen Menschen hätten sich gegen das System ausgedrückt. Man wollte ihnen diesen starken Punkt des Systems als einen schwachen Punkt vorgaukeln, und diese armseligen Burschen haben das geglaubt. In Wirklichkeit haben sie sich nur selbst zum Narren gemacht. Sie haben gedacht, daß in einem Land, in dem 30 Millionen Menschen gegen das System sind, sie auch kommen und ihre Meinung darstellen müßten. Nun haben sie also ihren Mut gefunden und ihre Ansichten dargestellt, obwohl sich doch in Wirklichkeit nichts geändert hat.

Hätten sie in der Vergangenheit irgend welche Beleidigungen ausgesprochen, bzw. die Grenzen der Vernunft überschritten, so hätte man sie angeklagt. Das selbe ist auch heute der Fall und daran hat sich nichts geändert. Auch heute werden die selben Maßnahmen gegen diejenigen ergriffen, die Korruption und Lügengeschichten verbreiten. Daran hat sich nichts geändert. Demgemäß sollte man auch nicht von "neu erlangter Pressefreiheit" reden.

Wir sehen, daß einige Offizielle die Presse wiederholt anweisen, ihre Freiheit nicht zu überziehen, weil dies die Einschränkung ihrer eigenen Freiheit nach sich ziehen würde. Was für eine Logik ist denn das? Je mehr Freiheit sie einsetzen, desto besser! Jedoch dürfen sie die Grenzen nicht überschreiten. Je mehr Personen ihr gottgegebenes Recht gebrauchen, desto näher wird es das islamische System an seine Ziele bringen. Unser Vorwurf gegen die Schriftsteller war immer nur, warum sie nicht so viel schreiben, untersuchen und analysieren, wie sie es sollten. Die korrekten Grenzen müssen in jedem Fall beachtet werden. Natürlich sind diese Grenzen nicht etwas, was eine Regierung oder ein System aufgrund eigener Interessen festlegt. Selbst wenn es Regierungen auf der Welt gibt - und sicherlich gibt es solche - die auf dieser Art Grenzen aufbauen, das islamische System ist nicht so: Das System der islamischen Republik gründet auf Gerechtigkeit. Sollte die Führungspersönlichkeit die Regeln der Gerechtigkeit verletzen, so ist er automatisch seiner Führerschaft enthoben - ohne das Dazutun irgend eines weiteren Mittlers.

In solch einem (islamischen) System gibt es keinen Platz dafür, anderen ihre Grenzen im Interesse irgendeiner Gruppe oder Clique zu stecken, um somit Ansichten in einer bestimmten Weise aufzuerlegen. Die Grenzen sind (bei uns) islamische Grenzen, die selben Sachverhalte, wie sie im Heiligen Qur’an und in den Überlieferungen genannt sind und als solche durch ein richtiges Verständnis vom Islam anerkannt sind. Diese sind gültig und sie sollten beachtet werden. Wenn sie nicht beachtet werden, so ist es die Pflicht der Zuständigen, Judikative und Exekutive und genauso des Ministers für religiöse Leitung und anderer, deren Beachtung zu überwachen. Sollten sie dabei versagen, dieser Verantwortung nachzukommen, so haben sie ein Vergehen und eine Sünde begangen. Sie sind dafür verantwortlich, die Einhaltung der Grenzen zu überwachen. Innerhalb dieser Grenzen, welche natürlich Ausnahmen kennt, ist es das hellstrahlende Prinzip der Freiheit, welches angewendet werden muß. Ich mag hier die unverantwortlichen Aussagen (jener) nicht wiederholen.

Um es noch einmal zusammenzufassen: Was ich heute sagen will, ist, daß das Prinzip der Freiheit ein islamisches ist, und daß wir über sie in islamischen Begrifflichkeiten denken sollen - und daß wir auf ihre Früchte vertrauen - (Freiheit) als islamische Bewegung und als Verantwortung. Wir sollten (Freiheit) als Gelegenheit ansehen, die heute auf der Ebene der Gesellschaft existiert und wir sollten größtmöglichen Gebrauch von dieser Verantwortung machen.

Denker und Gelehrte sollten ihre Anstrengungen vergrößern. Natürlich gibt es Themen, die in spezielle Zeitschriften und Foren gehören. Aber es gibt auch andere, die von allgemeinem Interesse sind und von denen alle profitieren können.

Ich hoffe, daß Gott, der Erhabene uns mit der Gelegenheit bescheren wird, daß wir Zeugen des Erblühens dieses Systems und des immer größer werdenden Erfolgs dieser großen und geliebten Nation sein dürfen.

Und man erhofft von Euch, Ihr Akademiker, speziell von der Jugend, auf der die Hoffnung unseres Landes liegt und von der die Zukunft abhängt, daß ihr eine wichtige Rolle bei diesem Erblühen übernehmt.

Und der Friede sei mit Euch und die Barmherzigkeit Gottes und sein Segen.

 



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